Freitag, 1. August 2014

Ein Tag auf Lyö

Heute galt es, die Insel Lyö zu erkunden. Hier einige Impressionen von unserem Inselspaziergang (unterbrochen natürlich durch einen leckeren Kaffee und Rhabarberkuchen im Gartencafé):





Morgen wollen wir dann weiter. Mal sehen, wie und wann uns das gelingt... bis zum heutigen Abend könnten wir jedenfalls von jeder Seite aus trockenen Fußes auf unsere Amaree gelangen. :-)  Es werden sich morgen Vormittag also mindestens vier Schiffe bewegen müssen, damit wir raus kommen. Aber, wie wir die Besucher Lyös bisher erlebt haben, geht das alles ohne Murren und mit viel Freundlichkeit über die Bühne.


Es weht abends ein etwas kühlerer Wind aus West - endlich kommen die vielen Segel-Fleeces zum Einsatz - und wir genießen mal wieder einen farbenfrohen Sonnenuntergang.


Donnerstag, 31. Juli 2014

Endlich Wind - Auf nach Lyö

Die ganze Nacht hat uns der frische Südwestwind begleitet; Amaree scharrte schon ungeduldig mit den Hufen. Um kurz nach 10 Uhr war es dann soweit, wir legen ab in Assens und setzen die Segel bei 3-4 Windstärken aus Südwest.
Amaree, die alte Dame gluckst und gluckert vor Freude; es ist ein Riesenspass, mit ihr über die Ostsee zu preschen.


Wir laufen wieder gute sieben Knoten in der Spitze, und teilweise taucht der Bug in die Welle, so dass das Wasser bis zu den Luken überkommt.
Die Fortbewegung unter Deck gleicht dem Einsammeln von blauen Flecken. Festhalten und Einklemmen mit Händen und Füßen ist angesagt, um das Nötigste unverletzt zu erledigen.


Nach etwa fünf Stunden hatten wir den Yachthafen der Insel Lyo in Sicht. An Einlaufen war aber noch nicht zu denken, da die Fähre direkt neben der engen Hafeneinfahrt angelegt hat. Die Fähre macht nicht fest, sondern hält sich mit Bug- und Heckrudern auf Position. Ein Vorbeikommen ohne Beschädigungen scheint in der sehr engen Hafeneinfahrt unmöglich, also warten wir 10 Minuten auf die Abfahrt der Fähre.


In dem kleinen Hafen waren wieder alle Boxen belegt, aber wir konnten an einem Verbindungssteg längsseits festmachen. Sofort standen viele helfende Hände am Steg bereit und bugsierten uns bei viel Wind in die enge Lücke.


Die persönliche Hafenatmosphäre springt sofort auf uns über. Hier hilft man sich,  hier grüßt man sich.
Kurze Zeit später kommt der super freundliche Hafenmeister zum Kassieren vorbei. Er hat für jeden einen netten Spruch parat. Hier hat der Automaten-Wahn noch nicht zugeschlagen; Strom und Wasser kommen einfach aus der Leitung, geduscht wird mit Wertmarken. So haben wir es gern.


Schnell war uns klar, dass wir mehr als eine Nacht in Lyö verbringen werden. Diese kleine Insel lässt sich zu Fuß oder per Rad in kurzer Zeit erkunden, zumal es auch historisch Einiges zu entdecken gibt. Wir fangen mit dem nahe liegenden Imbiss an: endlich ein Hotdog für Schatzi - natürlich mit Allem drum und dran.




Mittwoch, 30. Juli 2014

Assens - oder noch weiter Richtung Süden?

Auch die zweite Ankernacht haben wir und Amaree perfekt gemeistert, nun hofften wir auf den versprochenen Wind aus West. Ich (Petra) ahnte aber noch nicht, was der Vormittag noch so für mich in petto hatte. Unter Motor fuhr ich erst mal los und, plötzlich, ein lauter Ruf: Mann über Bord!


Na ja, man sieht es schon, es war zum Glück nur ein Fender, den Micha aber mit voller Absicht über Bord geworfen hat. Nun musste ich den armen Probanden aus der großen Ostsee retten, d.h. möglichst mit Amaree direkt daneben zum Stehen kommen. Gut, dass kein Wind wehte, sonst hätte ich wohl mehrere Anläufe gebraucht.



Den Bootshaken schnappen und...geschafft!!! Gerettet !!! :-)


So sehr mir die Flaute dabei zu Gute kam, umso mehr fehlte uns der Wind auf der weiteren Strecke. Auch, wenn unser Motor recht unauffällig bei 1400 Umdrehungen schnurrt, wollen wir ja eigentlich segeln. Gerne hätten wir wieder eine lange Tour bis Lyö geschafft, aber es reichte nur bis Assens. Eine kleine Stadt, die uns im Ortskern ein Straßencafé mit leckeren Drinks bot. Und ein recht großer Hafen mit erfreulicherweise vielen freien Gastplätzen - und den typischen Fischerbooten (mit "Duschkabine").



Tja, und dann setzte der Wind ein. Und zwar richtig. Zum Abendessen haben wir uns in der Kuchenbude verschanzt, lassen uns durchschaukeln, lauschen dem Ächzen und Klappern um uns herum und schauen mit Staunen auf den Windmesser. 4-5 Bft! Endlich.
Morgen früh gilt es "nur noch" gut aus der Box zu kommen und, dann ab auf die See. Fein, fein.

Dienstag, 29. Juli 2014

Middelfart - die zweite Nacht vor Anker

Das Wetter scheint sich zu ändern, der Wind wird bald aus West wehen. Das sagen uns nicht nur die Wetterberichte, sondern meine Migräne, die mir die letzte Nacht zur Hölle gemacht hat. Dank wirksamer Medikamente ist das heute Morgen zum Glück kein Thema mehr.

Nach unserem leckeren Frühstück an Bord, machen wir uns vormittags auf den Weg zum Yachthafen von Middelfahrt, der nur eine gute Seemeile entfernt ist. Viele Übernachtungsgäste sind bereits wieder unterwegs und so ist es einfach, einen freien Platz zu finden. Wir haben sogar einen mit Treppe ergattert.


Wir schließen Strom an und wollen Wasser mit dem Schlauch nachfüllen, doch nichts passiert, kein Wasser, kein Strom. Üblicherweise sind Wasser und Strom in der Liegegebühr enthalten, hier nicht.
Man muss erst zum Havnekontor, eine Hafenkarte kaufen, mit Geld aufladen und dann wieder zurück zum Schiff. Kein Spaß bei dieser Hafengröße und dieser Affenhitze.
Dann steckt man die Karte in die Strom-/Wassersäule und kauft eine Einheit Wasser und eine Einheit Strom.


Das Wasser läuft und läuft und läuft. Wir brauchten nur etwa 30 Liter, doch wir hatten wohl 500 Liter als kleinste Einheit gekauft. Der Rest ließ sich nicht stoppen und hat das Hafenwasser aufgefüllt.
Von den 10 DKR Strom brauchten wir ebenfalls nur 0,47 DKR. Was für ein Quatsch!

Erfreulich ist hier allerdings die Tankstelle. Ein Anleger für 2-3 Schiffe und heute ganz viel Platz für uns und unseren halbleeren Tank.

Dann geht es auch schon wieder los zu unserem herrlichen Ankerplatz. Die Farben von Wasser, Küste und Himmel sind hier umwerfend und schenken uns eine tolle Kulisse.




Montag, 28. Juli 2014

Ankern wie im Paradies

Es hat uns nicht wirklich überrascht, dass wir auf dem Weg nach Middelfart zuerst gar keinen Wind hatten. Kurz vorm Kleinen Belt frischte es aber auf und ich (Petra) hab einfach den Motor ausgestellt, die Fock ausgerollt und, ab ging die Post. Micha konnte seine Mittagspause ganz entspannt nutzen, und ich bin das erste Mal alleine gesegelt.
Auf einen vollen Hafen mit Remmidemmi hatten wir keine Lust, sondern wollten das herrliche, ruhige Sommerwetter zum Ankern nutzen. Gleich hinter Middelfart im Sund lachte uns eine Bucht an.


Und, wenn man wie ich, mal eine Minute träumt und die Landschaft genießt, macht es RUCK und wir sind zu nah am Ufer auf Sand gelaufen. Puh! Aber Amaree ließ sich einfach zurück fahren und wir konnten die Fahrt fortsetzen. Bei vier Meter Tiefe werfen wir den Anker mit 12 Meter Kette. Passt.

Wer denkt, dass Salatschüsseln mit Deckel nur eine Funktion haben, der irrt...


...die Kamera ist sicher verpackt, darf mit uns schwimmen und wird nicht nass. Und dies ist für uns das Foto des Tages:


Amaree liegt sicher und fest am schweren Anker und bewegt sich nur leicht im Windhauch rund um die Kette. Wir können also ganz relaxed den Abend genießen - natürlich nach Kochen und Abwaschen (hätte ich jemals gedacht, dass ich wieder täglich mit der Hand Geschirr spüle???)


Sonntag, 27. Juli 2014

Auf nach Tunoe, nein Endelave, ok Juelsminde

Der für heute angesagte Südwind mit 3-4 Windstärken sollte uns nach Tunoe bringen, den nördlichsten Punkt unserer Reise. Nur, der angesagte Wind fiel aus und hauchte stattdessen mit einer Windstärke aus Nordwest. So haben wir in den ersten vier Stunden gerade einmal 4 Seemeilen, also 7,2 Kilometer zurückgelegt. Das hätten wir in einer guten Stunde auch zu Fuß geschafft. Die Segel sind flau, das Schiff knarzt in den Wellen und dümpelt herum. Das macht wenig Spaß...


... vor allem, wenn sich rundherum Gewitter entwickeln und dunkelgraue Wolkenwände aufziehen.
Unser ursprüngliches Ziel hätten wir bei dieser Geschwindigkeit erst nach 30 Stunden erreicht.
Wir stecken also die Insel Endelave als Alternativziel ab


Zu unserer Freude haben wir Tümmler beim Spielen beobachten können, teilweise so nah, dass wir durch das prustende Ausblasen auf sie aufmerksam wurden.

Dann schläft der Wind endgültig ein und auch Endelave wird unerreichbar unter Segeln.

Ein Blick auf die Karte ergibt den Yachthafen Juelsminde westlich von uns als nahe liegenden Hafen. Wir lassen den Diesel an, drehen nach Westen und holen die Segel ein. Es war irgendwie klar, dass sich ein Tag, wie Vorgestern nicht so schnell wiederholen würde.

Die fantastischen Wolkenbilder trösten über die Flaute hinweg. Die Vögel kreisen sich elegant in der Thermik nach oben.


Hier in Juelsminde herrscht wieder reges Treiben, es ist diesmal wirklich kein regulärer Platz zu bekommen, aber wir legen uns an einem Stegende neben eine große Bavaria ins Päckchen.


Im Vergleich zu Bogense ist es uns hier viel zu rummelig, und der Anteil an Multimillionärsmegamotoryachten ist zu groß. Die abendlich Ruhe (wie gestern beschrieben) findet hier nicht statt.
Insbesondere meine speziellen Freunde auf den Jetskis düsen hier pausenlos vor der Hafenmole auf und ab.


Morgen geht es garantiert weiter, mit oder ohne Wind, soviel steht fest.






Samstag, 26. Juli 2014

Abendstimmung im Hafen

Zwei Gewitter sind heute Nachmittag über unsere Schiffe gezogen. Einige neue Yachten haben angelegt, andere sind weiter gezogen. Kinder haben auf den Stegen oder in ihren Schlauchbooten herumgetobt.
Es war ein warmer und schöner Tag hier in Bogense, und jetzt in der Abenddämmerung kehrt Ruhe ein auf den Stegen.
Es ist windstill, Lichter spiegeln sich auf der glatten Wasseroberfläche, die Skipper und ihre Crews sitzen hinten im Cockpit bei einem Glas Wein oder Bier. Man hört leises Gelächter aus vielen Richtungen. Die Schiffe stehen mit dem Heck zueinander, man sieht und beobachtet sich, ohne indiskret zu werden, denn es liegen ca. 15-20 Meter Wasser zwischen den aufgereihten Schiffen.

Das ist die abendliche Variante des "Hafenkinos", das täglich stattfindet und eine ganz besondere Stimmung erzeugt. Der Tag geht zur Neige.

Gute Nacht für heute, die Pläne für morgen sind bereits geschmiedet. Es geht weiter Richtung Norden.